Sonntag, 18. Oktober 2026
Gestern begleitete ich Willi zum Einkauf in die Stadt. Als erstes fuhren wir ganz an das andere Ende der Stadt zu einem chinesischen Geschäft mit einem recht breiten Angebot an Mechanik und Automobilzubehör, um eine neue Batterie für unseren Lastwagen zu erstehen. Auf dem Rückweg hielten wir beim Libanesen an, welcher in seinem recht rudimentären Laden alles Mögliche führt, von Schrauben und Nägel über sanitäre Artikel wie auch solche für den Elektrobereich und vieles mehr, wo wir auch Farbe kauften für einen neuen Anstrich im Knabeninternat der Mission Malongo. Als guter Kunde wurden Willi und ich herzlich begrüsst, allerdings reicht der Besitzer mir als Frau als praktizierender Muslim nie die Hand, stellte mir aber gleich einen Stuhl hin. Ich denke, dass die beiden Einkäufe auch ein wenig die Besitzverhältnisse von Angola aufzeigen, denn eigentlich besitzen Angolaner nur sehr wenige Geschäfte, die meisten sind in den Händen von Libanesen, Marokkanern, Vietnamesen und natürlich Chinesen, ausser zwei Supermarktketten, die einigen «Grossen» in Luanda gehören, während ein Supermarkt zu einer südafrikanischen Kette gehört. Daneben existieren nur wenige portugiesische Geschäfte und im ganzen Land gerade mal zwei internationale Firmen.
Nun aber zu unserem Besuch auf der Mission Kola, zu welcher wir am letzten Sonntag früh morgens aufgebrochen sind. Leider hatten wir bereits auf der Asphaltstrasse einen Pneuwechsel und dies ausgerechnet, wo wir ausnahmsweise nur ein einziges Ersatzrad mitführten! Die 40 km «Piste» von Kalukuembe nach Kola bestehen vorwiegend aus roter Erde und Sand und sind in einem äusserst bedenklichen Zustand. Zum Glück herrschten noch trockene Verhältnisse, denn bei Regen verwandelt sich der Weg in eine gefährliche Matchlandschaft; die vielen Schlaglöcher und teils metertiefen Gräben, die oft weit in die Strasse reichen, machen das Ganze auch nicht einfacher, vor allem darfst du dann im Match nicht abrutschen. Die Flussüberquerung ging aber noch recht gut, da der Fluss nur wenig Wasser führte und mit Ästen und Steinen eine Passage errichtet worden war.
Auf der Mission selbst haben wir die wichtigsten Renovationsarbeiten eingesehen u.a. den Bau einer Küche, denn die alte zählt bereits über 70 Jahre und weist vor allem Kriegsspuren auf, da die Mission während dieser Periode eine Zeitlang verwaist war und das Militär darin hauste. Im Weiteren klärten wir den Bedarf für Duschen und WC’s im Mädcheninternat ab. Abzuklären gilt es wie immer natürlich auch, wie weit unser Budget reicht.
Ganz besonders möchte ich aber noch den herzlichen Empfang bei unserer Ankunft erwähnen, welchen die Mädchen spontan mit einem Willkommensgesang unterstützten. Hier spüren wir immer, dass wir nicht nur unserer Arbeit wegen, sondern auch als Menschen sehr geschätzt sind.
Dass der Regen in der ersten Nacht sowie das Gewitter am zweiten Abend, das allerdings bei uns ohne Regen vorbeigezogen war, uns noch ein wenig Probleme bereiten könnten, mussten wir am kommenden Morgen feststellen, als wir anlässlich unserer Rückreise den Fluss erreichten, der bereits Wasser führte und einen Teil der Passage weggeschwemmt sowie die Uferböschung unterspült hatte, was ein direktes Übersetzen nicht zuliess. Das Schöne in Afrika ist, dass sofort alle, die sich in der Nähe befinden mit anpacken. So versuchten die Helfer, wieder einigermassen eine Passage herzustellen, was aber nur schlecht gelang. Vor allem die Unterspülung der gegenüberliegenden Uferböschung machte uns etwas Probleme, so dass Willi ein wenig seitlich der kritischen Stelle vorbeisteuerte und prompt in der nassen Erde stecken blieb. Doch mit vereinten Kräften gelang es, auch diese Stelle zu überwinden und die steile Böschung hinaufzukommen.
Küche
Passage bei der Hinfahrt
i
steckt in der nassen Erde
Passage bei der Rückfahrt







