Sonntag, 12. April 2026
Es regnet und regnet…! Statt morgens von der aufgehenden Sonne geweckt zu werden, erwartet uns ein bedeckter Himmel oder gar Regen. Oft ziehen auch nachts starke Gewitter und Regenschauer vorüber. Alles ist feucht; die kurzen sonnigen Aufhellungen tagsüber vermögen die völlig durchnässten Lehmmauern auch nicht zu trocknen, so dass immer mehr Menschen unter den Folgen leiden, weil der Regen durch die Wände ins Innere drängt und die Mauern einstürzen. Auch wir wurden davon nicht ganz verschont. So mussten wir feststellen, dass in einem alten Gebäude neben der Garage ebenfalls eine Mauer eingestürzt ist. Für uns ist der schaden nicht allzu gross, wurde der Schuppen doch kaum mehr benutzt. Ganz schlimm hat es die Küstenregion betroffen, wo Strassen sich in reissende Bäche verwandelt haben und hunderte von Häusern unbewohnbar sind. In der südwestlichen Stadt Moaçamedes wurde ein Pfeiler einer Stromleitung unterspült, was denselben zum Einknicken brachte und Stadtteile von der Energiezufuhr abschnitt und andernorts brach eine Brücke einer wichtigen Verbindungsstrasse ein. So hoffen, denn die Menschen täglich, dass nun die Trockenzeit beginnen möge, denn nicht nur Häuser haben unter dem Nass gelitten, sondern auch die Strassen sind zum Teil in einem miserablen Zustand, wenn nicht gar unbefahrbar. So sind zwei unserer Missionsstationen von der Umwelt abgeschnitten (und hier kommt kein Helikopter, um dieselben mit den Nötigsten zu versorgen).
Ein weiteres Problem ist die steigende Kriminalität, die wohl auf die noch immer anhaltende Inflation zurückzuführen ist, aber auch die die grosse Arbeitslosigkeit. So lungern Tausende von Jugendlichen auf den Strassen herum. Und selbst wenn sie noch gewillt wären, eine weiterführende Schule zu besuchen, fehlt ihnen schlichtweg das Geld. So haben wir auch noch Anfragen um Unterstützung auf unserer Liste, die wir vorläufig zurückstellen müssen, es sei denn wir können die nötigen Mittel beschaffen. Für viele Jugendliche ist infolge dieser Situation der Weg in die Kriminalität nicht mehr weit. Was nicht niet- und nagelfest ist, bekommt Beine. In der letzten Zeit spielten zudem die heftigen Gewitter und Regenschauer bei Dunkelheit in die Hände der Diebe. Unter diesem Lärm können sie unbemerkt eine Türe einschlagen und Material abtransportieren. So hat auch unsere Seminarküche nächtlichen Besuch erhalten, welcher recht viele Utensilien mitlaufen liess. Auf den grossen Schwarzmärkten kann die Beute einfach umgesetzt werden.
In der Zwischenzeit scheint die Sonne wieder. Geniessen wir die paar Strahlen bis sich wieder neue Wolken türmen.


