Sonntag, 26. Oktober 2025

 

Sonntag, 26 Oktober 2025 

Wieder einmal sitzen wir in den Startlöchern, denn heute Abend fliegen wir nach Luanda und morgen Nacht dann weiter nach Frankfurt. Der Abschied von hier ist diesmal etwas diffus, da wir noch keine Rückkehr geplant haben; erst müssen wir uns in der Schweiz medizinisch etwas durchchecken lassen. Auch beabsichtigen wir, künftig kein grösseres Projekt mehr anzugehen. Das heisst jedoch nicht, dass wir gewisse Projekte nicht mehr unterstützen, was auch aus der Schweiz möglich ist. So beabsichtigen wir in erster Linie, alle Schüler/Innen und Studenten/innen, denen wir das Studium finanzieren bis zum Ende ihrer Ausbildung zu begleiten. Auch möchten wir der Mission Kola, die wirklich Unterstützung braucht, weiterhin finanziell ein wenig unter die Arme greifen. Kola liegt abgelegen in den Bergen, die Menschen daselbst leben von der Hand in den Mund und können somit die Missionare auch nicht gross unterstützen, wobei letztere keine anderen Einnahmen haben als die Kollekte am Sonntag, welche gerade zum Überleben reicht, niemals aber für die Renovationen an den über 70-jährigen Gebäuden. Freilich konnten wir ihnen bereits mit der Wasser- und Stromversorgung helfen, Was allerdings noch fehlt, sind Wasseranschlüsse in verschiedenen Räumen sowie funktionierende Duschen. Auch verdient die Küche im Patreshaus kaum diesen Namen, sie kann es nicht einmal mit der Küche in einer Alphütte aufnehmen. Diese notwendigen Renovationen möchten wir ihnen für das 75-jährige Bestehen der Mission im 2027 gerne ermöglichen, vielleicht auch mit einem Kurzeinsatz im nächsten Spätsommer, sicher aber finanziell. 

Als wir gestern nochmals zu einem Besuch bei Elisabeth durch die Stadt gefahren sind, habe ich überlegt, welche Bilder werde ich in der Schweiz nicht mehr antreffen. Dabei habe ich festgestellt, dass dir Aufzählung recht lange würde, nicht umsonst sagen wir jeweils bei der Ankunft in Luanda, dass wir den Schalter um 180° drehen müssen. Was werde ich davon vermissen? Sicher ist die Fröhlichkeit vieler Menschen hier, auch die vielen Freunde, die uns ans Herz gewaschen sind. Vermisse ich auch das Bild der vielen Frauen und Mädchen mit auf den Rücken gebundenen Kleinkindern, mit graziös schweren Lasten auf dem Kopf balancierend? Inzwischen habe ich mich zwar daran gewöhnt, dass auch mehrere gestapelte Eierkartons oder Trinkflaschen problemlos auf dem Kopf transportiert werden können. Was ich in der Schweiz sicher auch nicht antreffen werde, sind die vielen Knaben, die mit Besen, Scheibenwischer, Rattengift, Anschlusskabel wie auch Papierservietten und WC-Papier usw. zum Verkauf durch die Strassen ziehen. Oder die vielen Frauen die Früchte und Gemüse in ebenfalls auf dem Kopf balancierenden grossen Plastikbecken zum Verkauf anbieten oder an den Strassenrändern sitzend kleine Türme von Tomaten oder Früchten aufgeschichtet haben, die sie ebenfalls absetzen möchten. Nicht zu vergessen sind auch die vielen Kinder, die in leeren Eierkartons kleine Säckchen mit Erdnüssen anbieten. Und was ist mit den vielen Toyotabussen, die als das öffentliche Verkehrssystem ohne Rücksicht überall anhalten um Passagiere ein- und aussteigen zu lasssen, nicht zu reden von wahrscheinlich Tausenden von Motorrad-Taxis, die oft gleichzeitig zwei Passagiere auf dem Souius transportieren, nebst allerlei Gütern und welche absolut keine Verkehrsregeln respektieren, so dass du rechts und links gleichzeitig von ihnen überholt wirst. Ich glaub die Liste genügt. Es gilt also den Schalter bei der Ankunft in Frankfurt wieder auf Europa umzudrehen. Wenigsten haben wir mit der heutigen Zeitumstellung wieder gleiche Zeit, 

Gerne melde ich mich mit einem Brief bei Euch irgendwann vor Weihnachten.

Wir wünschen allen eine gute Zeit, danken ganz herzlich für Eure Unterstützung und grüssen Euch herzlich 

Annemarie und Willi

Samstag, 18. Oktober 2025

 

Samstag, 18. Oktober 2025 

Während ich heute Vormittag noch auf Willi wartete, der im Mädcheninternat der Pastorinhas ein Elektroproblem zu lösen hatte, hörte ich im Radio einen Beitrag von Radio eclesia, dem Sender der katholischen Kirche Angolas. Lange Zeit konnten wir diesen Sender aus Luanda hier nicht empfangen; ob es daran gelegen hat, dass die Regierung den Zugang für die breite Bevölkerung möglichst unterbinden wollte, da der Sender nebst religiösen Beiträgen oft auch sehr differenziert und kritisch berichtet, sei dahingestellt. So hat er heute eine Umfrage einer Bevölkerungsgruppe im Nordosten des Landes publiziert, Die Frage lautete- Welche Projekte wünschen sie, dass im Budget 2026 berücksichtigt und vor allem auch umgesetzt werden? Letzteres wurde von den Anrufern auch immer wieder unterstrichen, denn auf dem Papier existieren viele Projekte, jedoch mit der Umsetzung hapert es gewaltig, da wahrscheinlich viele dieser Projekte auch der Korruption zum Opfer fallen. Ich möchte hier die wichtigsten Projekte, welche von den Hörern immer wieder ins Feld geführt wurden, zusammenfassen. 

1, Bekämpfung des Hungers und der Armut

Wie im letzten Bericht erwähnt, lebt ein Drittel der Bevölkerung in absoluter Armut, haben also auch nicht genug zu essen. Die meisten Kinder gehen ohne Frühstück zur Schule. Hinzu kommt die einseitige Ernährung. Auch ist die Kindersterblichkeit immer noch relativ hoch. 

2. Trinkwasser für alle

Dieser Slogan kommt immer wieder im Fernsehen, allerdings im positiven Sinn; eben, dass dafür gesorgt wird; doch die Realität zeigt ein anderes Bild. Viele Menschen holen das Wasser aus dem nächsten Fluss oder müssen weite Wege dafür zurücklegen. Andere haben Ziehbrunnen bei sich zu Hause. Infolge mangelnder Tiefe muss dieses Wasser aber auch abgekocht werden. In den Städten kann Trinkwasser oft von Zisternenwagen gekauft werden. 

3. Sicherheit / Beleuchtung / Energieversorgung

Vielerorts gibt es keine Stromversorgung. Dies begünstigt u.a. vor allem in den Elendsvierteln die Kriminalität. Viele können sich auch keinen Generator leisten und oft kommt zu den Unterhaltskosten (Diesel/Benzin) auch das Problem des Transportes infolge fehlender oder schlechter Zufahrtswege oder allzu grossen Distanzen. Auch können ohne Strom resp, Generator keine Bewässerungspumpen oder andere Apparaturen funktionieren. 

4. Medizinische Versorgung / Gesundheitssystem.

Auf dem Land fehlen vielerorts Gesundheitszentren, welche weniger gravierende gesundheitliche Probleme, die aber doch einer Behandlung bedürfen, behandeln könnten. Der Weg ins weit entfernte nächste Spital, welches sowieso überfüllt ist, ist zu mühsam und zu kostspielig. Oft muss auch das benötigte Material (Spritzen, Handschuhe etc.) selbst besorgt werden, sowie auch Medikamente, was finanziell oft nicht drin liegt. Der Zufall will es, dass gerade in diesem Moment Tina an die Tür klopft. Ihre Mutter liegt im Zentralspital von Lubango. In der Hand hält Tina ein Rezept mit den Medikamenten, die sie der Mutter ins Spital bringen muss. 

5. Bildung / Schulsystem

Rund 5 Mio schulpflichtige Kinder im ganzen Land haben keinen Zugang zum Schulsystem. Die entsprechenden Anrufer beklagen sich auch, dass die Schule ihres Dorfes keine Fenster und Türen habe. Auch fehlen Pulte und Stühle, was übrigens vielerorts der Fall ist. Immer wieder begegne ich Schülern, vor allem kleineren Kindern, auf dem Schulweg, die kleine Plastikstühle schultern, damit sie im Unterricht nicht auf dem Boden sitzen müssen. Vor allem auf dem Land fehlen auch Lehrer, obwohl viele ausgebildete Kräfte auf eine Anstellung warten. Doch der Staat bremst mit Stellenausschreibungen, resp. Finanzierung. Ebenso fehlt überall Unterrichtsmaterial. Selbst wenn eine Ortschaft über weiterführende Schulen verfügt, fehlen Schulbücher, geschweige denn eine Bibliothek. Infolge fehlenden Materials werden die Schüler dieser Schulen verpflichtet, ein Natel mit Internetzugang mitzubringen, ansonsten werden sie vom Unterricht ausgeschlossen. Was dies für Kinder aus armen Familien (nebst hohen Schulgebühren) bedeutet, ist leicht vorstellbar. 

6. Verkehrssystem / öffentlicher Verkehr                                 

Die Radiohörer beklagen sich, dass es in ihrer Region keine intakten Strassenverbindungen gibt, was natürlich auch auf andere Regionen zutrifft. Auch existiert ein äusserst dürftiger transporto publico, also öffentliche Verkehrsmittel, resp. -Verbindungen. Es sei schwierig, ein Zugbillett zu ergattern, der selten verkehrende Zug sein überfüllt, weise kaputte Sitzgelegenheiten auf, letzteres trifft auch für Busse zu. Die fehlenden und schlechten Strassenverbindungen erschweren oder verunmöglichen auch den Absatz von landwirtschaftlichen Produkten und begünstigen somit u.a. die Landflucht. 

Dies waren so die üblichen Beschwerden, die von allen Anrufern vorgetragen wurden, Fakten, die mehr oder weniger für das gesamte Land gelten, was wirklich die Frage aufwirft: Quo vadis Angola? 

Übrigens fahren wir morgen doch noch nach Tchinjenje, weshalb ich heute schreibe. Wir werden in Cubal und Tchinjene unsere Projekte begutachten. Für Tchinjenje haben wir auch einige Schachteln Medikamente vom Hilfswerk Medeor Deutschland mit im Gepäck. Der von uns erbaute Gesundheitsposten scheint gut zu funktionieren, Wenigstens ein Hoffnungsschimmer.

Sonntag, 12. Oktober 2025

Sonntag, 12.Oktober 2025 

Die wenigen, relativ geringen Regenschauer können noch nicht als eigentliche Regenzeit eingestuft werden. Doch macht es den Menschen wieder bewusst, wo sie es versäumt haben während der Trockenzeit ihre Häuser/Hütten auszubessern. Vielerorts sind Dächer nicht mehr ganz regendicht oder Wände weisen Risse auf, wo das Wasser durchsickern kann. Wenn sich schon jetzt diese Anzeichen zeigen, wieviel grösser wird das Problem bei den massiven Regengüssen, die in der Regenperiode immer zu erwarten sind. So sind denn in den letzten Tagen etliche Bittsteller bei uns aufgetaucht mit dem Anliegen einer Unterstützung für die notwendigsten Reparaturen. Wenn wir allerdings die Preise im Bausektor anschauen – die allgemeine Inflation beträgt immer noch 20% - ist es im Grunde nur verständlich, dass die Reparaturen für viele ein fast unlösbares Problem darstellen. So kostet beispielsweise ein Sack Zement bereits mehr als 7000 QAW, eine Mulde Sand 40‘000, dies bei einem Mindestlohn im Kleingewerbe von 50‘000. Was die Löhne betrifft zeigt die Realität oft ein noch düstereres Bild; so verdient eine Wasch- oder Putzfrau kaum diesen Betrag. Zu bedenken gilt auch, dass der grosse Teil der Bevölkerung von Gelegenheitsjobs abhängig ist und über ein Drittel der Bevölkerung lebt in absoluter Armut, was bedeutet, nicht einmal genug zum Essen zu haben, während ein weiteres Drittel mit 2 Dollar täglich auskommen muss. 

Im Gegensatz dazu gibt es im Land fast eine Handvoll Milliardäre und laut internationaler Statistik 2300 Multimilliardäre, d.h. Menschen mit einem Vermögen über 200‘000 000 Dollar; die Zahl der letzteren hat sich allein im letzten Jahr um 50‘000 erhöht. Luanda gilt als die teuerste Stadt Afrikas, wo die Superreichen ihren Status geniessen und mit ihren teuren schwarzen Limousinen auf der berühmten Meerespromenade dahinbrausen, während in den sich immer weiter ausdehnenden Slums die Menschen ums Überleben kämpfen, Nirgends sind die Gegensätze grösser als in Luanda. Als reichste Frau Afrikas gilt übrigens immer noch Isabel dos Santos, Tochter des ehemaligen Langzeitpräsidenten. Allerdings hat sie wegen Korruption ein Verfahren am Hals und lebt wegen Landesverweis in Dubai. Ausserdem ist ein Teil ihres Vermögens aus erwähnten Gründen eingefroren, so dass sie jetzt eigentlich nicht mehr als Milliardärin bezeichnet werden kann, was ihrem Lebensstandard aber sicherlich keinen Abbruch tut.

 



 




 





Sonntag, 5. Oktober 2025

 

Sonntag, 5. Oktober 2025

Heute wurde ich wieder vom intensiven Gesang eines Vogels vor unserem Fenster geweckt. Fast wie ein Ührchen zwitschert er seit den letzten Tagen lautstark kurz nach halb sechs, um den neuen Tag anzukünden und wahrscheinlich auch, um daran zu erinnern, dass er nun vom kalten Norden zurück sei in die hier bereits begonnene wärmeren Zeit. Tatsächlich steigt das Thermometer tagsüber nun immer über 30°. Dank unserer Höhe von fast 2000 m ü.M. kühlt es aber nachts angenehm ab. Auch haben sich erste Regengüsse und Gewitter eingestellt, wenn auch noch in sehr moderater Stärke. Sobald der Boden leicht aufgeweicht ist, wird auf dem Land gepflanzt. Wichtig wären anschliessend regelmässige Niederschläge, damit die Saat spriessen kann. Fällt der Regen zu lange aus, was auch immer wieder mal vorkommt, vertrocknet die Saat. Ebenso schädlich sind Überschwemmungen infolge zu massivem Niederschlag. Doch manchmal ist der Ernteausfall nicht in erster Linie dem Klima zuzuschreiben, sondern ebenso sehr der Monokultur. Trotzdem zeigt sich hier einmal mehr, wie abhängig der Mensch von klimatischen Bedingungen ist, vor allem wenn technische Hilfsmittel wie z.B. Bewässerungssysteme und andere Möglichkeiten fehlen. Während technische Errungenschaften im täglichen Leben in der Schweiz zum Standard gehören, müht sich hier der grosse Teil der Bevölkerung mit rudimentären Arbeitsgeräten ab, was auch körperlich grosse Anstrengungen abverlangt. 

Dies ist mir gerade vergangene Woche wieder bewusst geworden, als wir für das Bildungszentrum Mapunda eine neue Waschmaschine anschaffen mussten, da sich die alte trotz grosser Bemühungen von Willi nicht mehr reparieren liess. Die einfache Landbevölkerung von Angola weiss wahrscheinlich kaum, dass es so eine Maschine gibt, die das Wäsche waschen übernimmt. Sofern die Menschen in der Nähe des Hauses oder der Hütte einen Ziehbrunnen haben, der genügend Wasser liefert oder der öffentliche Wasserhahn nicht zu weit entfernt ist um das Wasser heranzuschleppen, wird im Hof gewaschen. Andernfalls wird die Wäsche in einem Behälter zum Fluss getragen, wo die mühsame Arbeit erledigt wird. Leider dient dieses Flusswasser nicht selten auch als Trinkwasser, was, wenn es nicht genügend abgekocht wird, oft zu Durchfalls-Erkrankungen führt. 

Dass die Frauen bei dieser strengen Arbeit fröhlich plaudern, lachen und singen, zeigt auch ein wenig den mehr oder weniger fröhlichen Charakter der Einheimischen. Jedenfalls wurde auch auf unseren Baustellen viel gelascht.

 








 







Montag, 29. September 2025

 

Sonntag, 29. September 2025 / Montag, 30. Sept. 2025

 Heute erlebten wir wirklich ein gediegenes Einweihungsfest des Posto medico auf der Kola. Schon der sonntägliche Gottesdienst, auch wenn er sich wie üblich an Festen, in die Länge zog, war sehr feierlich. Dazu haben freilich wiederum die vielen Gesänge , die jeweils durch rhythmisches Klatschen begleitet sind wie auch die Tänze zum Einzug, zur Eröffnung des Wortgottesdienstes sowie zur Gabenbereitung und am Schluss zum Dank in der bis zum letzten Platz gefüllten Kirche beigetragen. Menschen aus der näheren und weiteren Umgebung, die wohl früher oder später die Dienste des Gesundheitszentrums in Anspruch nehmen werden, wollten sich das Einweihungsfest nicht entgehen lassen, um einen ersten Blick ins Innere des Gebäudes werfen zu können. 

Nach dem Gottesdienst gings zum Posten, wo erneut gesungen und dafür gebetet wurde, dass hier möglichst viele Kranke Heilung und in ihren Leiden Trost finden mögen. Anschliessend wurden alle Räume gesegnet und für eine Begehung der Bevölkerung freigegeben. In kurzen Ansprachen sowie spontanen Äusserungen der Leute wurde uns immer wieder gedankt. Dabei war es uns wichtig festzuhalten, dass dieses Werk nur möglich geworden ist dank Spenden von Kirchen und Unterstützern aus der Schweiz sowie durch die gute Arbeit unserer Equipe.

 Übrigens hatten wir auch Wetterglück. Der erste Regen fiel anfangs vergangener Woche und seit wir hierhergefahren sind, blieb es trocken. In den letzten beiden Tagen haben wir zusammen mit unseren beiden Mitarbeitern José und Abel dafür gesorgt, dass die Mädchen im Internat nicht mehr im stockdunkeln zu Bett gehen müssen und sich dank neuer Aussenbeleuchtung abends nach dem Eindunkeln, was hier das ganze Jahr zwischen sechs und halb sieben ist, auch draussen leichter zurechtfinden, Sie scheinen es zu schätzen, jedenfalls wurde gestern Abend vor dem Internat ausgiebig getanzt. 

Morgen früh fahren wir wieder zurück nach Mapunda/Lubango, wo ich dank Internetzugang (was ich auf der Kola jeweils schon etwas vermisse) den Bericht online stellen kann. Ob dies der endgültige Abschied von der Kola war? Jedenfalls nähert sich für uns schon bald die Rückkehr in die Schweiz.

 










Sonntag, 21. September 2025

 

Sonntag, 21. September 2025 

Am Freitag sind wir von der Kola nach Mapunda zurückgekehrt, nachdem die Verantwortlichen der Mission am Donnerstagabend mit einem gelungenen Abschiedsfest unserer Equipe für die geleistete Arbeit gedankt haben. Dabei hob P. Gabi vor allem auch den unermüdlichen Einsatz und die hervorragende Zusammenarbeite in der Equipe selbst sowie auch gegenüber der Mission hervor. Nebst einem guten Essen und Kuchen, für welches die Schwestern den ganzen Tag in der notdürftigen Küche standen, wurde auch Musik aufgelegt. Und einmal mehr konnte ich nur staunen, welches Taktgefühl Afrikanern bereits in die -Wiege gelegt wird, was sich auch in verschiedenen Tanzeinlagen der Schwestern und Patres zeigte. 

Von unserer Seite wäre eigentlich vorgesehen gewesen, am Sonntag, also heute, das den Posto medico einzuweihen und offiziell zu übergeben. Doch findet heute hier in Mapunda ein riesiger Anlass statt, zu welchem Patres von allen Missionsstationen angereist sind. Heute werden 5 der La Salette Missionsgesellschaft angehörige junge Männer zu Priestern geweiht, ebenso finden 14 Diakonatsweihen statt. Deshalb haben wir die Einweihung des Gesundheitszentrums auf kommenden Sonntag verschoben. Wir hoffen einfach, dass wir auch nochmals trocken durch das Flussbett des Tambi kommen. Mit unserem Landcruiser wird dies sicher auch nach einem allfälligen ersten Regen noch möglich sein und unser Camion ist ja mit dem Arbeitsmaterial ebenfalls am Freitag gut hier angekommen. 

Glücklicherweise ist am Donnerstag nach langer Verzögerung auch die grosse Medikamentenlieferung von Medeor (Deutschland) hier eingetroffen. So können wir kommende Woche gleich auch den Anteil für den Posto medico der Kola mitnehmen. Während der kommenden Regenzeit sind vor allem Malariamittel und Medikamente gegen Erkältungen gefragt. Aber auch Antibiotika und Medis gegen Durchfallserkrankungen sind immer vonnöten. 

Voraussichtlich werden wir dann am darauffolgenden Montag wieder hierher zurückkehren und ich werden dann auch darüber berichten.

                                                anschliessend ein paar Bilder von alt und neu 

 

 

 






 


















Samstag, 13. September 2025

 

 Samstag, 13. September 2025 

Da ich morgen früh mit Willi wieder zur Mission Kola fahre, schon heute einige Zeilen. 

Am Mittwoch konnten wir P. Viktor wieder nach Hause nehmen und seit er wieder in der gewohnten Umgebung lebt, geht es ihm stündlich besser, so dass er schon fast wieder zur alten Form gefunden hat. Die erlaubt auch mir, wieder anderweitig zu arbeiten. Es gilt dem Posto medico noch den letzten Schliff zu geben, um ihn endlich auch dem eigentlichen Zweck zu übergeben, was auch mit einem kleinen Einweihungsfest über die Bühne gehen wird.

Willi ist auch glücklich, dass er vergangene Woche das knifflige Problem der Wasserversorgung der Station Kola lösen konnte. Aus unerklärlichen Gründen funktionierte eine der beiden solarbetriebenen Wasserpumpen trotz sonnigem Wetter nicht mehr. Die Ursache lag in der Tiefe; bei der Einmündung des Wasserrohrs in den Pumpschacht hatte sich ein Nagetier durchgequetscht und sich an den Elektrokabeln der Pumpe gütlich getan, d.h. dieselben samt der Ummantelung durchgefressen. Nach Behebung des Schadens funktionierte die Pumpe wieder einwandfrei und lieferte mit hohem Druck Wasser zur Station. Das erlaubte es auch Willi, bereits am Donnerstag wieder nach Mapunda zurückzukommen, um auch noch einige weitere Einkäufe zu besorgen, denn wir haben kurzerhand beschlossen, eine kleine Renovation der Küche der Schwestern vorzunehmen, damit dieser dunkle Raum (ohne Wasser) den Namen Küche auch verdient. So werden wir morgen nochmals die Superstrecke auf den Berg zurücklegen.

Nächsten Sonntag werde ich wahrscheinlich nicht über einen Internetzugang verfügen