Sonntag, 4. Oktober 2026
Ja, wir sind tatsächlich wieder in Mapunda. Nachdem wir uns monatelang vergeblich um ein Jahresvisum bemüht haben und schlussendlich vom Konsulat in Bern erfahren haben, dass seit letztem Jahr nur noch Konsulate von weltweit 7 Ländern berechtigt sind, ein Visum mit längerer Aufenthaltsdauer auszustellen, sind wir nun mit einem 30-tägigen Touristenvisum hier.
Dass wir uns hier wieder in einem ganz anderen Ambiente aufhalten, wurde uns spätestens am Tag nach unserer Ankunft bewusst, als wiederum auf dem Weg zum Flughafen um unsere 3 vermissten Koffer abzuholen das Verkehrschaos Willis äusserste Konzentration erforderte. Nachdem wir unverrichteter Dinge wieder nach Hause fuhren, weil das Büro am Flughafen nur gleichzeitig mit dem Check in geöffnet hat und dies das nächste mal erst um 18 Uhr war, meinte Elisabeth lapidar: Jetzt seid ihr wieder in Angola angekommen. Was die vermisstenn Koffer betrifft, waren wir natürlich schon etwas besorgt, befanden sich darin doch auch Medikamente für P. Viktor sowie technische Bestandteile für verschiedene Reparaturen u.a. kleine, aber wichtige Ersatzteile für unseren Landcruiser.
Zu den Koffern gibt es noch eine weitere kleine Episode. 2 Tage vor unserer Abreise rief ich unseren Freund Ralph an, welcher auch 2 Jahre in Angola als Onkologe im evangelischen Missionsspital Cristo Rei gearbeitet hat. Ganz erfreut meinte er, dass er mich auch gleich angerufen hätte, da er eine Anfrage von Dr. Anneliese aus dem genannten Spital erhalten habe, weil sie dringend Medikamente bräuchte für ein krebskrankes Kind und ob er niemanden wüsste, dem er so was mitgeben könnte. So konnten wir vor unserer Abreise die Medikamente noch entgegennehmen. Da ein Teil davon gekühlt werden musste und ein entsprechendes Transportmittel vom Volumen her zu gross für einen Koffer gewesen wäre, haben wir selbst eine Schachtel mit Sagex und Kühlelementen ausgekleidet. Um Platz zu schaffen im Koffer, musste allerdings etwas weniger Wichtiges zu Hause bleiben. Nun aber zur positiven Fügung. Dies war der einzige Koffer, den wir nach unserer Landung vom Band nehmen konnten. Die Kühlkette wurde somit kaum unterbrochen und die Medikamente sind schon im Einsatz.
Da unser Aufenthalt hier bekanntlich begrenzt ist, habe ich gleich die Jugendlichen für deren Ausbildung wir aufkommen, hierher bestellt. Von verschiedenen wussten wir bereits, dass sich Schulgebühren und Transporte zur Schule erhöht haben. Glücklicherweise hatten wir vorsorglich anlässlich unseres letzten Aufenthaltes hier im Frühling allen das erste Semester des kommenden Schuljahres bezahlt, somit konnten alle problemlos starten nach den Sommerferien. Aber es hat mich schon etwas in Schreck versetzt, um wieviel die Gebühren an sämtlichen Institutionen gestiegen sind, wie auch die Transportkosten , auch wenn der Treibstoff im Vergleich zur Schweiz noch billig ist. Doch auch hier steigen deswegen die Lebenskosten.





