Sonntag, 29. März 2015


29. März 2015 

Die Regenzeit macht dem Namen alle Ehre; seit Tagen regnet es immer wieder und dies manchmal wirklich wie aus Kübeln, so dass du durch diese Regenwand die gegenüberliegende Seite des Hausplatzes oder der Strasse kaum mehr wahrnehmen kannst, geschweige denn dieselben überqueren könntest ohne klatschnass die andere Seite zu erreichen. Für die Maisfelder, die Anfang Januar angepflanzt wurden, kam dieser Regen allerdings zu spät. Die vertrockneten Pflanzen können sich nicht mehr erholen. Schlimme Spuren haben die Unwetter auch in der Hauptstadt hinterlassen, da stehen ganze Quartiere Wasser. Und wie nicht anders zu erwarten, trifft es vor allem die Elendsquartiere. In den eng ineinander geschachtelten Hütten ohne irgendwelches Kanalisationssystem, hat das Wasser praktisch keine Abflussmöglichkeit und so schwimmt denn der ganze armselige Haushalt samt dem Abfall herum. Verzweifelt versuchen die Menschen das Wasser aus ihren Häusern zu schöpfen, das Problem für sie ist auch, dass sie für die Nacht kaum eine trockene Stelle finden, wo sie sich hinlegen können. Ganz kritisch ist es für die Menschen, die ihre Behausungen nahe an den Abgrund gebaut haben, dort droht nämlich alles abzurutschen. Die im Fernsehen gezeigten Aufnahmen zeigen ein Horrorszenario. Freilich wird der schwarze Peter jetzt diesen Menschen zugeschoben, da sie unerlaubter Weise in Risikogebiet gebaut hätten. Aber wohin geht jemand, der ohne Hab und Gut in die Stadt kommt, eventuell sogar mit der Familie im Schlepptau, auf der Suche nach einem besseren Leben. Er wird sich ja wohl kaum eine Wohnung leisten können und deshalb eben am Rande der Stadt sein Zelt aufschlagen, sofern er nicht bei Verwandten, die wahrscheinlich auch nicht in einem Luxusviertel wohnen, Unterschlupf findet. Im Weiteren zeigen sich die Wetterschäden auch an den Strassen, selbst die Asphaltstrassen, da oft natürlich nicht mit dem nötigen Untergrund asphaltiert, zeigen tiefe Löcher, was vor allem auf den Überlandstrassen nicht ungefährlich ist. Aber auch in Lubango selbst sind die Strassen zurzeit in einem erdenklichen Zustand, von den Trottoirs ganz zu schweigen. 

Trotz allem sind aber auch immer wieder Fortschritte zu verzeichnen. So ist innert Kürze ganz in unserer Nähe eine Universität entstanden. Seit letzter Woche scheint sie in Betrieb zu sein. Viele, die die normale Schulbildung abgeschlossen haben, wollen weiter studieren. Was allerdings danach kommt ist eine andere grosse Frage. Daneben gibt es die Eltern, die sich für ihre Kinder eine bessere Zukunft wünschen, die nun aber realisieren, dass sie damit völlig überfordert sind, vor allem in finanzieller Hinsicht. Da ist z.B. Dominga, die allein erziehende Mutter, die den letzten Heller für die Schule der Kinder ausgegeben hat und nun um Medikamente bittet, da sie Kopf- und Gliederschmerzen habe. Nur ungern gebe ich ihr einfach irgendwas und bitte sie, doch einen Malaria-Test im nahe gelegenen Sanitätsposten zu machen. Das Problem – weshalb sie auch zu mir gekommen ist – ist, dass sie dafür kein Geld hat. Ebenso Anna, die klagt, dass ihre 14-jährige Enkelin mit Fieber im Bett liege. Auch ihre Antwort lautet, dass sie kein Geld weder für den Malaria-Test noch für Medikamente habe. Oder Josefina, die wegen ihrer Hepatitis einige Zeit nicht arbeiten kann und als Witwe nicht weiss, womit sie nun das Essen für ihre vier Kinder besorgen soll. Alltag in Mapunda. 

Da wir über Ostern nach Malongo fahren, wird mein nächster Bericht erst am Ostermontag zu lesen sein. So wünschen wir denn an dieser Stelle allen ein frohes Osterfest mit möglichst frühlingshaftem Wetter!

 

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