Sonntag, 3. Mai 2015


2. Mai 2015 

Heute Morgen bin ich nun ziemlich pünktlich wieder in Luanda gelandet, erstmals über London Heathrow, da bei der TAP Streik angesagt war. Alles in allem war es ein recht angenehmer Flug trotz voll besetzter Maschine. Da drängt sich dann die Frage auf, was zieht all diese Leute in dieses Land, das doch bei weitem noch nicht als Touristen freundlich bezeichnet werden kann. Bei der Ankunft im Flughafen Luanda jedoch erinnern die vielen Plakate der verschiedensten Ölgesellschaften mit den Namen der erwartenden Personen daran, dass Angola der zweitgrösste Ölproduzent Afrikas ist, von den vielen Diamantenminen ganz zu schweigen – so gesehen also ein reiches Land, in welchem leider einfach die Gegensätze von arm und reich jedem Besucher gleich ins Auge springen.  

Während die Schweiz mich mit Regen verabschiedet hat, begrüsste mich Luanda mit feucht-heisser Luft, in die sich dann oft der Geruch der Abfallberge mischt, sofern man nicht gerade durch die Küstenpromenade fährt. Der Smog und die Feuchtigkeit lassen in dieser Jahreszeit manchmal die Sonne kaum durchblicken, was sich vor allem für die Slumbewohner sicherlich nicht gesundheitsfördernd auswirkt.

 3. Mai
Leider konnte ich nicht am Samstag weiter fliegen, da irgend eine Fussballmannschaft befördert werden musste. Zum Trost bin ich aber heute pünktlich in Lubango gelandet und bereits zum Mittagessen in Mapunda am Tisch gesessen.

Unser Plan nächste Woche sieht vor, dass wir zuerst noch einige Arbeiten hier in Mapunda beenden und dann mit voll bepacktem Auto nach N’haera reisen, ca. 750 km nordöstlich von uns, wo unsere Pares vor gut einem Jahr eine Missionsstation übernommen haben, die 40 Jahre verwaist war. Leider sind Elektro- und sanitäre Anlagen auch heute noch nicht instand gestellt, so dass einige Arbeit auf Willi und Rolf warten. Eigentlich hätten wir von dort gerne noch einen Abstecher ganz in den Norden an die Grenze zum Kongo gemacht, wo unsere Patres noch eine weitere Station übernehmen. Doch müssen wir aus zeitlichen Gründen davon absehen, da diese Reise ungefähr eine Woche in Anspruch genommen hätte. 

Rückblickend auf meinen kurzen Aufenthalt in der Schweiz darf ich sagen, dass ich dank des guten Wetters die Landschaft des prächtigen Frühlings immer wieder mit Bewunderung genossen habe und natürlich auch all die Begegnungen mit unsern Kindern, Grosskindern und Freunden, auch wenn ich leider nicht alle treffen konnte. Die Schwierigkeit im Kontakt mit den Menschen ist die wohl bekannte Tatsache, dass die meisten sich die Realität in einem 3. Welt-Land kaum vorstellen können. Verständlicherweise lassen auch die eigenen Probleme und der Druck der Gesellschaft, besonders auch im Arbeitsleben, oft kaum Spielraum sich mit dieser Problematik und den dahinter verborgenen Zusammenhängen zu befassen. Vielleicht rückt die ganze Tragödie des Flüchtlingsdramas auf dem Mittelmeer die Thematik resp. Problematik ein wenig in den Vordergrund und zeigt auch, wie schwierig es ist, die globalen Zusammenhänge zu erkennen und vor allem Lösungen zu finden. Auch wir
massen uns nicht an, mit unserer Arbeit viel zur Lösung dieser Problematik beizutragen, doch erleben wir immer wieder, dass auch der berühmte Tropfen auf einen heissen Stein nicht ganz ohne Wirkung bleibt.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.