2. Mai 2015
Heute Morgen bin ich nun ziemlich pünktlich wieder in Luanda
gelandet, erstmals über London Heathrow, da bei der TAP Streik angesagt war.
Alles in allem war es ein recht angenehmer Flug trotz voll besetzter Maschine.
Da drängt sich dann die Frage auf, was zieht all diese Leute in dieses Land,
das doch bei weitem noch nicht als Touristen freundlich bezeichnet werden kann.
Bei der Ankunft im Flughafen Luanda jedoch erinnern die vielen Plakate der
verschiedensten Ölgesellschaften mit den Namen der erwartenden Personen daran,
dass Angola der zweitgrösste Ölproduzent Afrikas ist, von den vielen Diamantenminen
ganz zu schweigen – so gesehen also ein reiches Land, in welchem leider einfach
die Gegensätze von arm und reich jedem Besucher gleich ins Auge springen.
Während die Schweiz mich mit Regen verabschiedet hat,
begrüsste mich Luanda mit feucht-heisser Luft, in die sich dann oft der Geruch
der Abfallberge mischt, sofern man nicht gerade durch die Küstenpromenade
fährt. Der Smog und die Feuchtigkeit lassen in dieser Jahreszeit manchmal die
Sonne kaum durchblicken, was sich vor allem für die Slumbewohner sicherlich nicht
gesundheitsfördernd auswirkt.
Unser Plan nächste Woche sieht vor, dass wir zuerst noch
einige Arbeiten hier in Mapunda beenden und dann mit voll bepacktem Auto nach N’haera
reisen, ca. 750 km nordöstlich von uns, wo unsere Pares vor gut einem Jahr eine
Missionsstation übernommen haben, die 40 Jahre verwaist war. Leider sind
Elektro- und sanitäre Anlagen auch heute noch nicht instand gestellt, so dass
einige Arbeit auf Willi und Rolf warten. Eigentlich hätten wir von dort gerne noch
einen Abstecher ganz in den Norden an die Grenze zum Kongo gemacht, wo unsere
Patres noch eine weitere Station übernehmen. Doch müssen wir aus zeitlichen
Gründen davon absehen, da diese Reise ungefähr eine Woche in Anspruch genommen
hätte.
Rückblickend auf meinen kurzen Aufenthalt in der Schweiz
darf ich sagen, dass ich dank des guten Wetters die Landschaft des prächtigen
Frühlings immer wieder mit Bewunderung genossen habe und natürlich auch all die
Begegnungen mit unsern Kindern, Grosskindern und Freunden, auch wenn ich leider
nicht alle treffen konnte. Die Schwierigkeit im Kontakt mit den Menschen ist
die wohl bekannte Tatsache, dass die meisten sich die Realität in einem 3. Welt-Land
kaum vorstellen können. Verständlicherweise lassen auch die eigenen Probleme
und der Druck der Gesellschaft, besonders auch im Arbeitsleben, oft kaum
Spielraum sich mit dieser Problematik und den dahinter verborgenen
Zusammenhängen zu befassen. Vielleicht rückt die ganze Tragödie des
Flüchtlingsdramas auf dem Mittelmeer die Thematik resp. Problematik ein wenig
in den Vordergrund und zeigt auch, wie schwierig es ist, die globalen
Zusammenhänge zu erkennen und vor allem Lösungen zu finden. Auch wir
massen uns nicht an, mit unserer Arbeit viel zur Lösung
dieser Problematik beizutragen, doch erleben wir immer wieder, dass auch der
berühmte Tropfen auf einen heissen Stein nicht ganz ohne Wirkung bleibt.
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