25. Oktober 2015
Vor knapp einer Stunde sind wir nach 5-stündiger Fahrt
wieder mal in Cubal angekommen. Auch wenn die Fahrt manchmal infolge defekter
Klimaanlage in unserem Landcruiser etwas anstrengend ist, geniessen wir die
abwechselnde Landschaft doch jedes Mal von Neuem. So haben die ersten
Regenfälle ganze Landstriche bereits mit einem grünen Flaum überzogen, während
anderorts, wo der Regen noch ausblieb die meisten Flüsse einem Rinnsal
gleichen, an denen die Frauen versuchen ihre Wäsche sauber zu kriegen oder
viele Flussbette ganz ausgetrocknet, sind und die umliegende Gegend ebenso
trocken und öd erscheint. Wie bunte Farbtupfer stechen jedoch viele Bäume
hervor, deren neue Blätter sich in leuchtendem Rot präsentieren und fast ein
wenig an den Indiansummer erinnern. Und schlussendlich kurz vor dem Erreichen
unseres Ziel Cubal faszinieren immer wieder die fantastischen Felsformationen,
oft anzusehen wie mit einer Steinfräse gespalten oder wie aufeinandergetürmte
Steine oder Felsbrocken, bei deren Anblick die Frage auftaucht, wie diese dort
hinaufgekommen sind oder wie sie aufeinander festhalten, obgleich sie beinahe
herunter zu kippen drohen.
Das fehlende Nass treibt oft auch grössere Viehherden an die
noch vorhandenen Wasserstellen, die sich nicht selten auch unweit der Strasse
befinden, sodass du dementsprechend auf der Fahrt immer wieder mit einzelnen
Kühen oder ganzen Herden auf der Strasse rechnen musst, ganz zu schweigen von den
vielen Ziegen, die unvorhergesehen die Strasse überqueren und in ihrem
Schlepptau meistens noch weitere nachziehen, wenn du bereits wieder das
Gaspedal drückst. Zum jetzigen Zeitpunkt sieht man den Herden oft an, dass das
Futter äusserst karg geworden ist. Doch hoffen die Halter einfach auf die
Regenzeit, in welcher das Futter wieder üppiger wird, denn die Tiere
entsprechen einer Anlage wie bei uns ein Bankkonto werden nur geschlachtet für
Feste oder Beerdigungen. Für letztere werden oft mehrere Tiere geschlachtet,
denn es ist Ehrensache alle, die dem Toten die letzte Ehre erweisen zu
verköstigen. Und ebenso Ehrensache oder ungeschriebene Verpflichtung ist es,
jedem Verstorbenen, zu welchem du in irgendeiner, wenn auch nur entfernten
Weise über die Familie, Freunde oder Bekannte eine Beziehung hattest, diese
letzte Ehre zu erweisen. Dass deshalb Beerdigungen oft auch recht kostspielig
sind, liegt auf der Hand, ebenso wie viele Arbeitsstunden oder-tage von den
Teilnehmern dafür eingesetzt werden.
Übrigens der Grund, weshalb wir wieder nach Cubal gefahren
sind, ist ein zweifacher. Erstens fahren wir morgen weiter an die Küste nach
Benguela und hoffen, dass wir endlich unsern Container, der seit Ende Februar
aus fadenscheinigen resp. unerklärlichen Gründen im Zolllager von Lobito
festgehalten wird, auszulösen. Nachdem wir über Umwege den obersten Direktor
der Zollbehörde kontaktieren konnten, werden wir uns morgen mit ihm treffen und
hoffen deshalb fest auf ein gutes Ende. Zweitens müssen wir noch eine Freileitung
vom neuen Saal in Cubal zum Generator der Schule erstellen, da der andere
Generator die Kapazität zur Speisung der Klimaanlage im Saal nicht toleriert.
Anschliessend werden wir sofort nach Mapunda zurückkehren, da wir für Mittwoch
Nachmittag oder spätestens Donnerstag den Besuch von Marianne Düggeli und Anni
Hayoz erwarten, die aus der Schweiz das Projekt der Pastorinhas betreuen.
Sicher wird es eine abwechslungsreiche Zeit.
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