21. Februar 2016
Zum Abfallproblem in Luanda haben auch noch Überschwemmungen
infolge massiver Niederschläge in dieser Region die Slumbewohner heimgesucht.
So jedenfalls zeigen es die Bilder im Fernsehen, in denen die Menschen knietief
durch Wasser und Schlamm waten und ihre Habseligkeiten zu retten versuchen. Die
weiter südlich liegenden Küstenstädte haben zwar nicht mit solchen Wassermenge
zu kämpfen, doch hat auch hier die Regenzeit viele Wassertümpel hinterlassen –
eben die ideale Brutstätte für Krankheitserreger. Dazu kommt, dass der
Impfstoff gegen Gelbfieber für diese Region nicht mehr ausreiche, es sei denn
jemand sei bereits von der Krankheit befallen! Doch zum Glück hat sich diese
Infektion daselbst nicht mehr weiter ausgebreitet.
Es gibt aber immer auch Oasen, die sich in ihrer Schönheit
oder den fröhlichen Menschen abheben vom Grau des Alltags. So habe ich während
der Nähkurse bei den Clarissinnen (ein geschlossenes Frauenkloster) die
Atmosphäre mit den vielen Blumen im Innenhof und die Herzlichkeit der
Schwestern richtig genossen. Sie gingen aber auch mit einer Begeisterung ans
Werk und hoffen, mit den Umhängetaschen, die sie künftig verkaufen wollen,
einen kleinen Beitrag für ihren Lebensunterhalt zu erwirtschaften. Aber auch
der Ernährungs- und Kochkurs im nahe gelegenen Bairro, für den ich angefragt wurde und welchen ich sogar doppelt führen musste, stiess auf wirklich
positives Echo.
Willi musste diese Woche etwas kürzer treten, da seine
ungebetenen Darmbewohner ihm übel zugesetzt haben. Gott sei Dank hat er sich
nun wieder erholt, so dass wir heute nach dem Mittagessen die gut 4-stündige
Fahrt zur Missionsstation Cola unter die Räder nehmen können. Der Landcruiser
ist wieder voll bepackt mit allen möglichen Materialen und Werkzeugen. Es ist
jeweils fast eine logistische Herausforderung, alles unterzubringen.
Glücklicherweise verfügt das Auto auch über einen soliden Dachständer, auf
welchen wir jeweils die Leitern und andere lange Dinge wie Rohre etc. binden,
denn für solche Einsätze müssen wir immer alles mitnehmen, da entsprechende
Materialien an Ort nicht gekauft werden können und die Missionsstationen nicht
wie früher über diverse Werkzeuge verfügen. Diese Dinge haben alle während des
Krieges Beine bekommen.
Zu erwähnen ist auch noch, dass wir auf dieser Station keine
Zugang zu Internet- und Handy-Netz haben. Doch ungefähr 10 Gehminuten von der
Station entfernt ist auf freiem Feld eine Verbindung möglich, so dass wir doch
nicht ganz von der Welt abgeschnitten sind, wenn wir jeweils einen Spaziergang
dorthin unternehmen.
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