8. April 2018
Mein heutiger Bericht kommt bereits aus der Hauptstadt
Luanda. Während ich von meinem Schreibplatz aus dem Gezwitscher der Webervögel lausche
und ihnen dabei zusehe wie sie emsig umherfliegen und offensichtlich trotz der
vielen an den Palmenzweigen hängenden Nester immer ihr eigenes anpeilen, lasse
ich die letzte Woche revue passieren.
Zur Abwechslung im Alltag hat sich vergangene Woche auch
etwas Stress gesellt, sollte doch dies und jenes noch vor unserer Abreise unter
Dach und Fach gebracht werden, vor allem die erweiterte und neu renovierte
Seminarkühe so übergeben werden, dass sie genutzt werden kann. Allerdings
musste Willi einige provisorische Lösungen einplanen, da ein doppelter Spültrog,
Dampfabzug und einige weitere Kleinigkeiten, die wir letzten Sommer beim hier
ansässigen Italiener bestellt haben, immer noch auf die Ausfuhr in Italien
warten. Doch hat sich mit der Zeit auch unser Improvisationstalent fast
profimässig entwickelt. Mit der Tatsache, dass es oft „anders kommt als man
denkt“, wie wir so schön sagen, haben wir uns längst arrangiert, wenn
vielleicht auch manchmal mit einem echt schweizerischen Kraftausdruck, den
glücklicherweise dann niemand versteht. So haben wir den in letzter Minute
gestern nach dem Mittagessen unsere Arbeitskleidung gegen leichte
Reisebekleidung getauscht und sind gegen Abend im feucht-heissen Klima von
Luanda gelandet. Nicht dass Temperaturen zwischen 30 und 35° C auch für einen
Schweizer nicht erträglich wären, doch ist die zusätzlich enorm hohe Luftfeuchtigkeit
eher etwas gewöhnungsbedürftig und vor allem hat sich die Hitze in den Häusern
ohne Klimaanlage massiv gestaut. Wir kamen in der Residenz der Calabrianos
wenigstens in den Genuss eines Ventilators.
Nebst der Bautätigkeit konnten wir doch vergangene Woche
noch einige wichtige Termine wahrnehmen. So konnte ich das Mädchen mit dem „Tumor“
am Auge, bei welchen es sich glücklicherweise nur um ein grosses Lipom im
Augenlid handelte, zur Operation fahren, welche ambulant durchgeführt werden
konnte. Wie viel früher wäre dies doch realisierbar gewesen und das Mädchen
hätte nicht die letzten 6 Jahre nur mit einem Auge die Welt betrachten müssen.
Gleichzeitig bin ich mit 7 Teenies vom Internat der Pastorinhas zur
Augenkontrolle gefahren, welche alle über Sehschwierigkeiten in der Schule
klagten. Tatsächlich benötigen 5 von ihnen eine Brille, die sie nun mit Stolz
tragen. Eine muss sich allerdings noch ein wenig gedulden, da ihre etwas
komplizierteren Gläser nur in der Hauptstadt angefertigt werden können. Die
Tatsache, dass es bei uns in der 2-Millionen Stadt von Lubango kein
entsprechendes Optikergeschäft gibt, mutet für Europäer etwas befremdend an.
Übrigens konnten die Mädchen von Glück reden, dass das Optikergeschäft, in
welchem ich die Brillen für sie erstanden habe, vor kurzem eröffnet hat. Wie
Ihr auch aus den letzten Beispielen ersehen könnt, ist eine Hilfe unsererseits
nur möglich dank Eurer Unterstützung, denn ohne diese würden diese Mädchen wohl
weiterhin an die Wandtafel schielen.
Wir freuen uns nun auf die Urlaubszeit in der Schweiz und
vor allem auf unsere Familien, speziell natürlich auf die Grosskinder. Voraussichtlich
werden wir in der ersten Augusthälfte wieder nach Angola reisen. Wir werden
Euch sicher Bescheid geben und wünschen allen eine gute Zeit.
| Abendstimmung in Lubango |
| Sofern Kinder in einem nicht möbelierten Raum unterrichtet werden, müssen sie die Sitzgelegenheit selbst mitbringen oder auf dem Boden sitzen |
| wieso die Schuluniformen in weissen Schürzen bestehen?? meist sind sie alles andere als weiss |
| im Garten der Clarissinnen in Luanda |
wichtige Besprechung
Teilansicht Abwaschküche
Teilansicht Kochküche
Grillplatz hinter der Küche
Esssaal
Ein-Bett-Schlafzimmer für Kursbesucher und Gäste
Ausblick von meinem heutigen Schreibplatz
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