Sonntag, 29. September 2019
Halleluja – die meisten werden wohl dieses Wort mit einem
religiösen Gesang verbinden oder ähnlichem oder allenfalls mit einem Ausruf der
Freude. Mit letzterem kommt man der Bedeutung, welcher dieser Ausdruck hier zu
Lande hat, schon näher. Mit Hallelujas werden nämlich die 3-rädrigen Vehikel
bezeichnet, mit denen jegliche Art von Transportgut herumgefahren wird bis zum
Transport von Tier und Mensch. Angeblich habe einer der ersten, die von einer
solchen Transportmaschine profitieren konnten, seiner Freude darüber mit einem
Halleluja Ausdruck gegeben und seither laufen diese Vehikel tatsächlich im
ganzen Lande unter dem Namen Hallelujas. Eigentlich handelt es sich dabei um
ein Motorrad mit angebauter Ladefläche; letztere ist bei komfortableren
Ausgaben mit einem Gestell versehen, über welches eine Blache gespannt werden
kann, welche bei teuren Modellen auch den Fahrersitz überdacht. Wie bereits
erwähnt und die Bilder zeigen, sind dem Transportgut keine Grenzen gesetzt. Das
neueste Einsatzgebiet für Hallelujas ist erstaunlicherweise das Einsammeln von
Abfall von Haus zu Haus – vor allem in unserer Stadt zeigt sich in letzter Zeit
eine erfreuliche Verbesserung in dieser Hinsicht.
Diese Woche erfreute sich Angola ausserdem königlichen Besuches.
Allerdings ist Prinz Harry nicht mit einem Halleluja angereist. Er wollte mit
seinem Besuch sicherlich in die Fussstapfen seiner Mutter, Prinzessin Diana,
treten und sich, wie sie für Minenopfer und die Säuberung der noch verminten
Territorien einsetzen. Zum Glück sind in Angola die vorwiegend bewohnten
Gebiete schon seit längerem minenfrei; doch gibt es noch Landstriche im Osten
und Südosten, die noch minenverseucht sind, allein im Okawango-Delta wurden bis
jetzt über 100‘000 Minen geortet und entschärft Es grenzt ja wirklich an
Wahnsinn wenn man bedenkt, dass bereits Hunderte von Millionen Dollar für Minenräumung
ausgegeben wurden; u.a. war auch die Schweiz vor Jahren sehr stark daran
beteiligt, indem sie in der Schweiz vom angolanischen Staat blockiertes Geld für
die Anschaffung von Minenräumungsgeräten und die Finanzierung von
Minensuchequipen einsetzte. Die Organisation HALO Trust, die jetzt noch Angola
aktiv ist, ist eine britische, nicht religiöse und nicht politische
Organisation zur Minenräumung. Sehr interessante Informationen zur Minenräumung
in Angola unter dem folgenden Link, allerdings ist der Text in Englisch, doch
gibt es darunter auch eindrückliche Bilder:
Und zum Schluss noch eine Notiz zum Wetter. Am
Freitagnachmittag hatten wir den ersten kräftigen Regen. Für Einheimische ist
dies jeweils ein Freudentag, vor allem für diejenigen, deren Ziehbrunnen
ausgetrocknet sind.
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| und wenn du noch kein Halleluja besitzt, kannst du auch was mit dem Motorrad transportieren |

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