Sonntag, 1. Dezember 2019
1. Adventssonntag. Allerdings ist es mit unserem
Erfahrungshintergrund gar nicht so einfach, sich hier in Adventsstimmung zu
versetzen, denn es deutet sogar nichts darauf hin, am wenigsten das Wetter,
denn wir haben Hochsommer. Dies bedeutet auch Sonnenschein bereits um 6 Uhr in
der Früh, sofern die Sonne nicht gerade von Regenwolken verdeckt wird wie heute
Morgen. Meistens entleeren sich die Regenschauer jedoch erst in der zweiten
Tageshälfte; doch macht sich auch hier der Klimawandel bemerkbar, indem alles
etwas durcheinander geraten ist und der Regen südlich von uns fast ganz
ausbleibt, mit entsprechenden Folgen. Das einzige, was auf die Weihnachtszeit
hinweist, ist leider auch hier der Kommerz. So steht bereits seit Oktober ein
grosser Christbaum beim Eingang in den Supermarkt und seit November auch eine lebensgrosse
Krippe mit Maria und Josef und einer übergrossen weissen Puppe als Christkind –
für unser Empfinden etwas geschmacklos hingestellt. Ob es allerdings seinen
Zweck, die Kauflust der Leute anzuregen erfüllt, sei dahingestellt, denn für
viele wird der Gang zum Supermarkt sowieso nur im Traum Realität; denn zur Zeit
haben sie andere Sorgen im Kampf um das tägliche „Brot“. Viel Kritik muss daher
auch die Regierung einstecken; dies ist allerdings im Gegensatz zur früheren
Regierung auch erlaubt, sogar öffentlich im Fernsehen. Sicher sollte die
Regierung endlich einen Preisstopp, mindestens auf die Grundnahrungsmittel
verhängen. Doch wer das eigene Volk ebenso ausnützt, sind viele Händler, denn
die massive Preissteigerung beim Maismehl (wie auch vielen anderen einheimischen
Produkten) ist keineswegs gerechtfertigt, da es ja nicht mit teuren Dollars
oder Euros im Ausland gekauft werden muss und zudem keine Mehrwertsteuer darauf
geschlagen wird. Auch haben sich die Transportkosten nicht verteuert, da
glücklicherweise Benzin und Diesel noch nicht angestiegen und leider auch die
Löhne noch gleich geblieben sind. Letzteres führt vor allem zur derzeit
vorhandenen Misere, denn wie soll der Lebensunterhalt finanziert werden bei
gleichbleibendem Einkommen und bis zu 4x teuren Lebenskosten, nicht zu denken
an die vielen, die gar kein regelmässiges Einkommen haben.
Einen grossen Lichtblick hatten wir aber auch diese Woche.
Die Medikamente, die P. Viktor bei Medeor bestellt hatte, sind an der Küste
eingetroffen und konnten von Willi und Tarcisio abgeholt werden. Willi kam beim
Verladen gleich noch zu einer gratis Sauna, denn im feuchtheissen Klima der
Küste ist in diesen Monaten Schwitzen angesagt und ich habe gestern den ganzen
Tag Medikamente eingeordnet bis ich alle 29 Grosspakete verstaut hatte. Zum
Glück gibt es diese Organisation in Deutschland, die an
Entwicklungsorganisationen Medikamente und medizinisches Material zum
Einkaufspreis abgibt. Allerdings haben wir jedes Mal Einfuhrprobleme und leider
sind auch Hilfsgüter nicht zollfrei. Doch können wir dank dieser Hilfe die
Sanitätsposten auf unseren Missionsstationen mit dem Nötigsten versorgen und
auch hier vielen Menschen die nötige Unterstützung bieten.
Nun aber freuen wir uns riesig, etwas Adventsstimmung in der
Schweiz zu geniessen und die Weihnachtstage in der Familie zu feiern. Am 9.
Januar fliegen wir wieder zurück. Bis dahin macht unser blog Pause. Wir werden
uns noch mit einem Weihnachtsgruss melden, wünschen aber bereits auf diesem Weg
allen einen friedlichen Advent, möglichst ohne Weihnachtsstress und gesegnete
Feiertage.
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