Sonntag, 19. Januar 2020
Im Nu ist die erste Woche hier in Mapunda schon wieder verflogen mit
allerlei Krimskram-Arbeiten. Bei Willi stand u.a. der Holz-Kauf für die
Schreinerei an sowie Abklären von Reparaturarbeiten im Kloster der Clarissen
und Vieles mehr. Bei mir ging es eher um Stoffkauf für Leintücher, Arbeiten im
Nähatelier sowie auch Mithilfe in der Wäscherei, da eine Arbeitskraft ausfiel,
wie auch etwas roden in unserem Garten, da das Unkraut infolge der vielen
intensiven Regenfälle gewaltig in die Höhe schoss. Zudem machten wir uns
bereits an den Einkauf von Schulmaterial, denn im Februar beginnt das neue
Schuljahr wieder nach den langen Weihnachts-Semesterferien; denn zum
Schulbeginn statten wir jeweils die Kinder unserer Mitarbeiter/Innen mit den
Nötigsten (Stifte, Gummi, Hefte etc.) für den Schulbesuch aus.
Der Einkauf für die vielen Kinder unserer Mitarbeiter führt uns auch
immer wieder ein immenses Problem vor Augen, welches Angola und eigentlich ganz
Afrika betrifft. Ich spreche von der hohen Kinderzahl. Die Familien hier entsprechen
etwa den Familien in Europa vor den 1950iger Jahren und dies in einem Land mit
sehr wenig Industrie und anderen Arbeitsplätzen. Die geschätzte Zahl der
Arbeitslosen oder Gelegenheitsarbeiter dürfte bei über 60% liegen, also auch
eine sehr düstere Perspektive für die vielen Kinder und Jugendlichen. Die
letzthin von der Regierung veröffentliche Zahl von 3.3% jährlichem
Bevölkerungszuwachs entspricht real etwas über 1 Mio. Geburten. Allerdings ist
die Kindersterblichkeit, obwohl in den letzten Jahren gesunken, immer noch recht
hoch. Laut Statistik starben 2018 auf 1000 Lebendgeburten 77.2 Kinder vor dem
5. Lebensjahr (vgl. Schweiz 4.3). Doch ist eine erhöhte Kindersterblichkeit
sicher kein Beitrag zur Lösung des Problems, denn jedes Kind hat Anrecht auf
ein menschenwürdiges Dasein und der Möglichkeit auf gesunde körperliche, geistige
und seelische Entwicklung. In diesem Zusammenhang kündigte die Regierung auch
eine Kampagne an für eine Reduzierung der Kinderzahl pro Familie auf 6.5. Um
dies zu bewerkstelligen müsste sie allerdings an verschiedenen Punkten ansetzen.
Vor allem würde dies eine immense Aufklärungskampagne bedeuten, aber auch
kostenfreie Unterstützung für Prävention und nicht zuletzt müssten vor allem
die Männer mehr zur Verantwortung gezogen werden.
Nochmals zurück zu den die vielen Kindern, die oft ihr Potential infolge
fehlender Möglichkeiten nicht ausschöpfen können. In der Nähstube erlebe ich,
mit welcher Begeisterung sie die wenigen kreativen Spiele spielen, die ich mal
im Koffer mitgenommen habe, alles Dinge, die für unsere Kinder Alltag sind,
während sie für die Kinder hier Neuland bedeuten. So hat noch keines von ihnen je
ein Puzzle gesehen, geschweige denn andere Spielsachen sein Eigen nennen
können. Ich staune aber auch immer wieder, welche Kreativität trotzdem in
vielen von ihnen steckt. Die angehängten Bilder sprechen dafür.
Zum Schluss möchte ich noch darauf hinweisen, dass mein nächster blog am
Sonntag ausfallen wird, denn wir fahren übers Wochenende zur Kola, wo P.
Faustino, ein guter Freund, sein 10-jähriges Priesterjubiläum feiert. Und wie
aus früheren Berichten bekannt, gibt es dort keine Internet-Verbindung. Drum
bis später.

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