Samstag, 26. Februar 2022

 26. Februar 2022

Morgen fahren wir nach Tchinjenje. Da die Fahrt wegen den immer schlechter werdenden Strassenverhältnissen mehr als 7 Stunden dauern könnte, möchte ich mich heute schon melden mit einem kleinen Rückblick auf die vergangene Woche. Irgendwie scheint es fast, dass der Regen nachholen möchte, was er in den ersten Monaten der Regenzeit versäumt hat. So hatten wir letzte Woche mehrere heftige Tropenschauer, die oft in kürzester Zeit Strassen in Bäche verwandeln können. Manchmal ziehen die Gewitter auch unerwartet schnell auf. So sind wir gestern noch bei Sonnenschein in Mapunda losgefahren und bereits in der Stadt (ca. 8 km Entfernung) fielen die ersten schweren Tropfen, die gleich in einen Tropenschauer mit heftigen Winden übergingen. In der etwas erhöht liegenden Industriezone, wo wir noch einige Einkäufe für Tchinjenje tätigen wollten, kamen uns schon Sturzbäche entgegen. Sämtlich Ladenbesitzer verschlossen auch gleich ihre Tore, damit das Wasser nicht eindringen konnte. Uns blieb nur übrig unverrichteter Dinge wieder umzukehren. Eine halbe Stunde später war der Spuk vorbei.

Im letzten Bericht hatte ich erwähnt, dass sonntags bei unserer Rückkehr von der Mission Kola der Rio Tambi gerade bis zur Brücke reichte, die wir noch problemlos passieren konnten. Am Dienstag rief P. Jorge an, er könne leider die Konsultation in Lubango nicht wahrnehmen, da der Rio Tambi sich in einen See ausgeweitet habe, die Brücke sei nicht mehr sichtbar. Als er am Mittwochmorgen doch vor unserer Tür stand, fragte ich ihn spasseshalber, ob er geflogen sei. Nein, meinte er, er sei gestern am späten Abend noch im Zentrum eingetroffen, denn nachmittags hätten die Brückenpfeiler wieder aus dem Wasser geschaut und so hätten ihn Jungs, selbst bis zur Brust im Wasser, auf einem Brett trockenen Fusses ans andere Ufer getragen, wo ihn ein Mofa-Taxi mitgenommen habe. Tatsache ist, dass sobald ein Fluss nicht mehr passierbar ist, sich schnell einige Jungs einfinden, die etwas verdienen möchten, um Mopets oder auch Personen hinüberzutragen. In solchen Situationen ist eben Erfindergeist gefragt und darin sind sie hier Profis. So findest du auch überall, wo sich üblicherweise Staus bilden Strassenverkäufer, auch bei einer Umfahrung sind rasch einige zur Stelle.

Was die Niederschläge anbelangt, sind sie immer noch sehr notwendig, der
Grundwasserspiegel ist immer noch sehr niedrig, so dass das kostbare Nass vielerorts noch fehlt. Auch warten die Menschen halt immer noch sehnlichst auf die neue Ernte und allzu oft sollten wir Nothilfe leisten, was wir leider auch aus finanziellen Gründen etwas einschränken müssen. Solche Grenzerfahrungen sind nicht immer ganz einfach.

In der Zwischenzeit haben wir auch unser Auto geladen. Der Camion ist mit Material bereits am Mittag losgefahren. Eigentlich wollte er schon früher starten, doch ist er gestern im Gelände vor unserem Haus eingesunken und es gelang erst heute Vormittag, ihn aus der misslichen Lage herauszuziehen. Hoffen wir, dass die Naturstrasse vom Dorf Tchinjenje hinauf zur Mission nicht allzu stark gelitten hat, damit er nicht dort nochmals stecken bleibt wie vor 2 Jahren.

 

 Rätsel: Finde die Brücke

 



 

                               


 

 


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