10. Oktober 2022
Wir sind wieder mal in Tchinjenje und dies ist auch der Grund, weshalb ich mit meinem Bericht verspätet bin. Gestern sind wir für einmal nicht in der Früh, sondern erst nach dem Frühstück losgefahren und haben auch noch einen Zwischenhalt auf der Missionsstation Cubal eingeschaltet. Die spätere Abfahrt liess uns die Hitze des Tages etwas stärker spüren und der Halt in Cubal führte dazu, dass wir unser Ziel erst am späteren Nachmittag erreichten. Nach dem Entladen der mitgeführten Werkzeuge und Materialien hiess es für mich erst mal in die Küche steigen, denn auch nach einer ermüdenden Reise hatte die Mannschaft Hunger. Und so waren denn am späten Abend meine Batterien ziemlich leer und im Bewusstsein, dass eure Uhren bereits noch eine Stunde mehr anzeigten, habe ich das Schreiben vertagt.
Der Aufenthalt auf der Mission Cubal war recht interessant und für die Station Cubal auch wichtig. Der Grund bestand in einer ersten Beratung von Willi für ein Knabeninternat. Das bestehende Gebäude ist in einem erdenklichen Zustand und auch nicht sehr zweckmässig, weshalb seit über 3 Jahren keine internen Schüler mehr aufgenommen wurden, da unter den gegebenen Umständen eine adäquate Betreuung und Förderung (auch in hygienischer Hinsicht) kaum gewährleistet werden könnte. Weitere Abklärungen und Überlegungen werden aber noch nötig sein, um festzustellen, ob sich eine Renovation/Umbau lohnt oder ein Neubau sinnvoller wäre. Das nächste Problem wird dann wohl die Finanzierung sein.
Während wir in Lubango erst einmal einen kurzen Niederschlag verzeichnen konnten und Cubal noch gar keinen Regen gesehen hat und deshalb auch trostlos trocken ist, beginnt es in der Umgebung von Tchinjenje dank vermehrtem Regen doch schon zu grünen.
Ein lustiges Erlebnis hatten wir bei der Hinfahrt kurz vor der Missionsstation Tchinjenje. Zwei kleine Knirpse waren unweit der Strasse beim Spielen. Die Augen des einen wurden immer grösser, als er unser Auto erblickte. Man konnte völlig erahnen, was sich hinter seiner Stirn abspielte: ist er es wirklich???? Und dann ging auf einen Schlag ein Strahlen über sein Gesicht und gleichzeitig ein Schrei: Wiilliiii!!! Die Szene wäre filmreif gewesen. Und sicher wurden übers Buschtelefon in Kürze sämtliche Kinder in der Umgebung orientiert, dass Willi wieder zurück sei und sie sicher gelegentlich wieder mit einem Lolli pop rechnen können.
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