Sonntag, 29. September 2024

 

Sonntag, 29. September 2024

Nun sind auch bei uns die ersten Regentropfen gefallen. Normalerweise ging der erste Regen als kräftiger nachmittäglicher Schauer nieder, meist verbunden mit einem heftigen Gewitter. Doch diesmal war es lediglich ein schwacher, kurzer nächtlicher Niederschlag, der sich am Vormittag nochmals ganz kurz wiederholte. Die Klimaveränderung ist auch hier deutlich spürbar, so klagen auch Einheimische über deutlich intensivere Sonneneinstrahlung. Im Süden Angolas sowie im nördlichen Namibia hat es seit gut 2 Jahren praktisch nicht mehr geregnet. Wegen der daraus resultierenden Dürre ist auch das Vieh verendet und die Menschen leiden Hunger. Um zu überleben werden die noch vorhandenen Wildtiere erlegt, vor allem auch, weil sie sich wegen Hungers auch in die Dörfer wagen. Wenn die Situation sich weiter verschlechtert, wird früher oder später auch der bekannte Ethosa Nationalpark in Mitleidenschaft gezogen werden.

Hier geht es in gewohntem Stil weiter, auch die Inflation hat noch nicht Halt gemacht. Man weiss nie, ob ein Produkt am Folgetag bereits teurer geworden ist, was das Leben der Menschen nicht einfacher macht. Das spüren wir auch im Alltag, wenn beispielsweise Paula frägt, ob ich ihr nicht 5 lt. Oel vorschiessen könnte, damit sie ihre Küchlein frittieren kann, die sie anschliessend auf dem Markt verkaufen möchte. Oder Fernando der sagt, dass seine Mutter ihn schicke, weil alles Essen aufgebraucht und kein Geld mehr vorhanden sei. Oder Tatjana, die mit ihrem 4-jährigen Sohn kommt, weil sie gerne die wegen der frühen Schwangerschaft abgebrochene Ausbildung zur Pflegefachfrau wieder aufnehmen möchte, wozu ihr aber das Geld fehlt, vor allem da sie ja auch für ihren Sohn sorgen muss. Nicht zuletzt Amalia, die morgens mit ihrer etwa 20-jährigen Tochter vor der Tür steht, weil Letztere die ganze Nacht wegen Zahnschmerzen geweint habe. Also drücke ich ihr das nötige Geld zum Ziehen des Übeltäters in die Hand. Sorgen bereiten vor allem auch immer wieder die Beschaffung der nötigen Medikamente, da praktisch an allen Gesundheitsposten nur Rezepte ausgestellt werden, selbst im Staatsspital muss die Medikation selbst berappt werden.

In der zweiten Hälfte der kommenden Woche werden wir voraussichtlich nach Malongo fahren, sofern der neue Generator endlich an seinem Platz steht, damit Willi in anschliessen kann.

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