Sonntag, 19. April 2026

 

Sonntag, 19. April 2026

 

Strahlender Morgen – und dies seit einer Woche. Die Trockenzeit scheint endgültig angebrochen zu sein, was allerdings ein letztes einzelnes Gewitter nicht ausschliesst. Die extremen Niederschläge der letzten Zeit haben wirklich spürbare Schäden hinterlassen. So muss die Küstenstadt Benguela 18 Tote beklagen nebst Zehntausenden Obdachlosen, die ihr ganzes Hab und Gut verloren haben und nun in Zelten notdürftig Unterschlupf finden. Aber auch hier mussten wir einigen wenigstens für die allernötigsten Reparaturen ihrer Häuser (Hütten)unter die Arme greifen. Auch wenn es für uns eigentlich logisch erscheint, dass nun in der Trockenzeit sofort mit den nötigen Reparaturen und Instandstellung der Häuser begonnen würde, atmen die Menschen vorerst erleichtert auf und geniessen vorerst die sonnigen Tage, denn woher sollten sie auch die notwendigen Finanzen nehmen wenn das Geld kaum für den Lebensunterhalt reicht. Wie viele von ihnen sind doch nur in letzter Zeit mit einem Rezept für Medikamente bei uns vorbeigekommen, weil ohne unsere Unterstützung das Rezept einfach im Abfall gelandet wäre. Und keine von den über 20 Schüler/innen, Studenten/innen, die wir betreuen, könnte das nächste Studienjahr aus eigenen Mitteln berappen. Allein schon der Weg zur weiterführenden Schule oder Universität hat sich massiv verteuert. Nur wenige Privatschulen oder Unis besitzen einen Schulbus. Die meisten Studierenden nehmen sich ein Töfftaxi; die Kosten dafür haben sich seit dem letzten Jahr fast verdoppelt, so dass sie oft die Ausgaben für das Studium übersteigen.

 

Diese Töfftaxis gehören nebst den Toyota-Minibussen, die es ebenfalls zu Hunderten gibt, zum öffentlichen Verkehr. Der Vorteil ist, dass man sie fast überall anhalten und wieder Aus- oder absteigen kann. Leider respektieren diese, vor allem die Mopeds, von denen es fast wie Sand am Meer gibt, weder die vereinzelten Ampeln noch irgendwelche andere Verkehrsregeln, was den gesamten Verkehr noch chaotischer macht. Um mit diesem Metier etwas zu verdienen, sind die wenigsten Mopeds versichert, viele nicht einmal gelöst. Allzu viele Männer versuchen, oft mit Kredit der halben Verwandtschaft diesen Weg einzuschlagen, um so der Arbeitslosigkeit zu entfliehen. Meist sind es jedoch die Frauen, die die Familie durchbringen müssen. Sie verdienen das Nötigste als Strassen- oder Marktverkäuferinnen oder als Wasch- und Putzfrauen bei besser Gestellen oder wenige auch im Steinbruch, wo sie in harter Handarbeit Steiner zu Split zerklopfen.

 

Das grosse Ereignis dieser Tage ist jedoch eindeutig der Papstbesuch, zu welchem mehr als 200'000 Menschen erwartet werden. Gestern nach Ankunft des Papstes säumten sie zu Abertausenden über Kilometer weit beidseitig die Strasse, um dem Pontifex in seinem Papamobil auf dem Weg ins Regierungsviertel frenetisch zuzujubeln. Einen solchen Enthusiasmus trifft man wahrscheinlich nur in Afrika. Ob der Papst beim Anblick der ihm zujubelnden Menschenmenge, den er fröhlich quittierte, wohl auch an die Folgen der Bevölkerungsexplosion in Afrika dachte? Dass sein Weg nicht durch eines der Elendsviertel führte, liegt auf der Hand. Die doch eher kommunistisch orientierte Regierung und die Bischofskonferenz haben sich mehr als nur bemüht, dass das Oberhaupt der katholischen Kirche mit positiven Erinnerungen an Angola nach Rom zurückkehrt.

 

Und zuletzt noch etwas in eigener Sache. Leider müssen wir den jetzigen Aufenthalt früher als geplant abbrechen und zwar aus Gründen des fehlenden Visums. Dies beruht auf folgender Begebenheit. Wir kehrten Ende Oktober 25 aus medizinischen Gründen in die Schweiz zurück. Unser Jahresvisum endete am 25. Dezember, weshalb wir rechtzeitig die Pässe per DHL nach Luanda schickten. Doch lautete die Antwort, dass infolge eines neuen Gesetzes keine Visumsverlängerung ausgestellt werde, wenn der Antragssteller sich nicht im Lande aufhalte. So reisten wir denn mit einem Touristenvisum für 30 Tage ein, in der Annahme, dass wir die Angelegenheit problemlos im Land selbst regeln können, was trotz verschiedener Interventionen nicht möglich war, so dass wir eben nächsten Mittwoch am späten Abend wieder in der Schweiz landen werden.

 

Leider ist bis jetzt ein Durchkommen mit dem Auto zur Missionsstation Kola, wo wir eigentlich verschiedene Reparaturarbeiten durchführen wollten, nicht möglich. Es scheitert nicht nur an der fehlenden Brücke, auch die Strasse ist in einem desolaten Zustand. Wir müssen das Ganze voraussichtlich bis ca. Mitte August verschieben und in der Zwischenzeit ein neues Visum beantragen. Doch war unser Aufenthalt hier trotzdem nicht umsonst. Wir konnten einiges bewirken. Nebst vielen kleineren Reparaturen, die Willis Arbeiter durchführen konnten, wurde auch der Kreuzweg erneuert und ein Unterstand für grössere religiöse Feiern, für welche die Kapelle nicht ausreicht, errichtet. Zudem konnte Willi einen grösseren Holzkauf tätigen, so dass die Schreiner in den kommenden Monaten viele Aufträge für andere Missionsstationen erledigen können. Mein Beitrag bestand vor allem in der Durchführung verschiedener Nähkurse und der Organisation der Finanzen für die Studierenden. In diesem Sinne hoffen wir auch die Zeit in der Schweiz wieder gut zu nützen und freuen uns darauf.

 



 






 


 






 

                die Menschen stehen Schlange für Gas (z. Kochen), whs wurde mehr Gas ins Ausland                            verkauft - lukrativer

 

 

 

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