Sonntag, 28. Juli 2019
Jedes Mal wenn wir nach einer Auszeit wieder nach Angola zurückkehren
stellt sich für uns die spannende Frage, was sich in der Zwischenzeit wohl
alles verändert habe, sei es zum Positiven oder manchmal leider auch zum
Negativen. Freilich haben die Veränderungen nicht mehr jenes Ausmass wie
während der ersten Jahre nach dem Krieg, als die ganze Infrastruktur am Boden
lag. Gleich ins Auge fiel dieses Mal natürlich jahreszeitlich bedingt die
Landschaft, die bei unserer Abreise im Frühling sich in üppigem Grün
präsentierte, während jetzt nach inzwischen 4-monatiger Trockenzeit alles, braun,
trocken, öd und staubig ist. Auch befinden wir uns hier eben noch Ende der
kalten Zeit, was zwar angenehmere Temperaturen in den sonst unerträglich
heissen Städten an der Küste bedeutet; dafür ist der Landstrich entlang des
Atlantiks oft in Nebel gehüllt. Bei uns im Hochland werden die Nächte in dieser
Zeit recht kalt; auch jetzt noch liegen die Temperaturen im Zimmer morgens
zwischen 12 und 14 °C (draussen entsprechend tiefer), was dich nicht unbedingt
animiert so frisch und fröhlich aus dem Bett zu hüpfen. Entsprechend leiden
viele Menschen, vor allem Kinder, die ja oft nur auf Matten schlafen, in dieser
Jahreszeit unter Erkältungen. Doch sorgt die Sonne wenigstens tagsüber über
eine angenehme Wärme. Positiv überrascht hat uns, dass der letztes Jahr
ernannte Governador unserer Stadt es weiterhin geschafft hat, dass in der Stadt
selbst kaum mehr Abfall herumliegt und während unserer Abwesenheit erneut
mehrere Strassen saniert wurden. Negativ mussten wir feststellen, dass die
Inflation weiterhin anhält, also verschiedene Preise wieder angestiegen sind,
besonders auch der Strompreis um fast das Doppelte, während die Minimallöhne
mehr oder weniger auf dem angestammten Niveau bleiben. Auch wurde in den
Nachrichten ein erheblicher Anstieg von HIV-Infektionen im ersten Halbjahr
bekannt gegeben. Von der Realität von gleich gebliebenen Gegebenheiten wurden
wir rasch wieder eingeholt; so knieten wir beim Auspacken unserer Koffer
.plötzlich im Dunkeln und mussten uns nach Taschenlampen umtasten, da wir
vergessen hatten, solche stets in nächster Nähe zu halten. Zum Glück wurde kurze
Zeit später unser Generator in Betrieb gesetzt. Da dieser für die Nacht jedoch wieder
ausgeschaltet wird, besteht die Möglichkeit, dass es mitten in der Nacht
plötzlich taghell wird in deinem Zimmer, weil du vergessen hast den
Lichtschalter im Zimmer nach dem Stromausfall auszuschalten und die Stadt
irgendwann in der Nacht die Stromsperre wieder aufhebt. So denn auch geschehen.
Auch das ist Angola und wir werden uns rasch wieder eingewöhnen.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen
Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.