Sonntag, 23. Februar 2020
Eigentlich war es ja nicht vorgesehen, dass wir dieses
Wochenende schon wieder in Mapunda verbringen. Doch in Afrika kommt es oft, wie
auch schon früher erwähnt, anders als geplant, und ich habe mich
zwischenzeitlich auch etwas daran gewöhnt. Der Grund für unsere Reise war
diesmal allerdings in erster Linie etwas aussergewöhnlich, nämlich unsere
finanzielle Lage in Tchinjenje. Willi hatte sich für einmal etwas in den Kosten
verschätzt. Wir hatten eigentlich das Glück, dass die portugiesische
Farbenfirma auch eine Niederlassung in Huambo (ehem. Nova Lisboa) hat, was viel
näher an Tchinjenje liegt als Lubango und so konnten wir sämtliche Farben dort
beziehen, was eben doch einen grossen Posten ausmachte. Leider ging bei der
Kalkulation die erneute Teuerung und vor allem die neu eingeführte 14%ige
Mehrwertsteuer vergessen. Zudem wurde etwas mehr Zement und Fugenzement
verbraucht, nicht zu vergessen die Verköstigung der 12 Arbeiter, auch wenn wir
viel Vorrat von Lugbango mitgenommen haben, aber die Frischprodukte haben sich
extrem verteuert. So zeigte unsere Kasse plötzlich ein Leck. Da wir als
Ausländer ohne Niederlassung (nur Jahresbewilligung) kein Bankkonto eröffnen
können und es über Dritt-Personen unheimlich kompliziert wird, haben wir unser
Deposito „privat“ deponiert wie zu Gotthelfs-Zeiten, wenn auch nicht gerade
unter der Matratze. Um an weiter Baumaterialien zu kommen, blieb uns deshalb
nichts anderes übrig als nach Mapunda zu fahren, was der schlechten Strassen
wegen gute 7 Stunden in Anspruch nimmt.
Unser Vorhaben wurde jedoch nochmals durchkreuzt. Als wir am
Donnerstag in aller Früh losfuhren, endete unsere Reise nach knapp 3 km auf der
Fahrt von der Mission ins Dorf, weil uns ein halb umgekippter kleiner Laster,
der im Morast stecken geblieben war, die Weiterfahrt versperrte, vor allem auch,
weil der Grossteil seiner Ladung heruntergekippt war und somit eine Durchfahr
absolut unmöglich machte. Zudem war hinter dem besagten Laster zusätzlich noch
ein weiter PW „eingegraben“. Das Gelände erlaubte an dieser Stelle auch keine
seitliche Umfahrung. Es gab also nur ein Zurückfahren, für den ersten Kilometer
im Rückwärtsgang, ich mit einer Taschenlampe die Strasse in der Dunkelheit
etwas ausleuchtend. Zu erwähnen ist vielleicht noch, dass diese vom Regen
durchmischte rote Erde zu einer Rutschpartie wird, vergleichbar mit
Schneematsch und man sehr konzentriert darauf achten muss, nicht in eine der
Furchen abzurutschen, die die Strasse oft kreuz und quer durchziehen.
Und es zeigte sich wie schon oft, dass der Aufschub unserer
Reise auf den Freitag wiederum eine positive Fügung war, denn am besagten
Donnerstag stieg der für die Bauarbeiten im Betrieb stehende Generator aus, und
so konnte Willi am Freitag das defekte Teil gleich mitnehmen, um es hier in
Lubango wieder zu richten. Dass wir noch einen zusätzlichen Ruhetag
einschieben, hat allerdings mit Willis Malariaschub zu tun; so kann er sich
noch etwas besser erholen. Auch scheint uns seit 2 Tagen das Wetter gut
gesinnt, bereits am Morgen strahlt die Sonne schon leuchtend vom Himmel.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen
Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.