Sonntag, 8. September 2024

 

Sonntag, 8. September 2024

Vergangene Woche waren wir öfters unterwegs. Unsere erste Station war Malongo, wo wir schon vor 10 Jahren zum damaligen 50-jährigen Jubiläum der Missionsstation verschiedene Arbeiten ausgeführt hatten. Malongo liegt in einem Talkessel, umgeben von Bergen, was das Klima stark beeinflusst, also trocken und heiss, zudem absolut ohne Telefonverbindung und Internet. Auch die Zufahrt ist recht beschwerlich, die Strasse in miserablem Zustand, fehlende Brücken zwingen den Autofahrer, den Weg durch das zurzeit trockene Bachbett zu suchen. Gar nicht auszudenken in der bald beginnenden Regenzeit, in welcher ein Durchkommen kaum mehr möglich sein wird, so dass Malongo dann nur noch über den Umweg über Cubal erreicht werden kann. Aber auch die Hauptverkehrsader von Lubango zur Küste verlangt dem Fahrer zurzeit einiges ab, verläuft sie doch über gute 50 km über eine Umwegsschneisse durch den Busch,(weil tatsächlich dieses Strassenstück saniert wird) sowie ein ebenso langes Teilstück, welches total mit Schlaglöchern übersät ist, so dass du richtig durchgeschüttelt wirst. In Malongo wollten wir einerseits die Funktion der kürzlich dank Spendegeldern installierten Maismühle kontrollieren, welche auch tatsächlich sehr gut funktioniert. Andererseits galt es die seit dem Krieg immer noch fehlenden Fenster und Türen des Knabeninternates auszumessen. Willi hat bereits in der ersten Woche nach unserer Ankunft Holz besorgt, damit unsere Schreiner die Türen in der eigenen Werkstatt anfertigen können, die Alufenster liefert eine hier ansässige portugiesische Firma. Im Weiteren hat Willi bereits auch Kajütenbetten in Auftrag gegeben, da die Schüler bis jetzt immer noch auf dem Boden schlafen. Gesten haben wir auch Stoffballen besorgt, aus welchen ich zusammen mit einer Hilfe Fixleintücher anfertige.

Von Malongo gings weiter nach Cubal, wo wir ganz herzlich empfangen wurden. Abends fand gleich ein kleines Einweihungsfest des Knabeninternates statt. Diese Arbeiten hatten wir bis zum letzten Drücker vor unserer letzten Rückkehr in die Schweiz fertig gestellt, so dass es damals nicht mehr für ein kleines Einweihungsfest reichte. Wir mussten aber selbst nochmals staunen, welch schönes Gebäude aus dem einst verwahrlosten alten Haus geworden ist.

Anschliessend ging es weiter zur Küstenstadt Benguela, wo wir für Malonge den Kaufvertrag für einen neuen Generator abschlossen, denn Malongo ist zurzeit zudem auch ohne Strom, da es keine Ersatzteile für den defekten Generator mehr gab. Nach einer weiteren Nacht in Cubal ging es in einer gut 6-stündigen Fahrt (normalerweise schaffen wir es in 5 Stunden!) wieder nach Mapunda.

Es ist jetzt Sonntagmorgen früh. Bald werden wir mit Tarcisio zum Gottesdienst nach Tunda fahren, wo die Bevölkerung dank einer Wasserbohrung, die wir im letzten Winter veranlasst haben, nun über Trinkwasser verfügt. Auch da möchten wir uns vergewissern, dass alles gut funktioniert.

Wie Ihr seht, fehlt es uns nicht an Abwechslung und Arbeit.

Nachtrag: Es ist jetzt bereits Nachmittag und wir sind zurück von Tunda. Daselbst haben sie auch jetzt bald Ende der Trockenzeit noch kristallklares Wasser aus 60 m Tiefe, funktioniert also einwandfrei. Spannend in Tunda war, dass Verantwortliche der Impfkampagne gegen Polio gleich den Gottesdienst benützten, um anschliessend Kinder zu impfen, denn dies ersparte ihnen viele Wege zu den abgelegenen Häusern. Für diese Impfkampagne läuft auch im Radio und Fernsehen sehr viel Werbung, was doch äusserst positiv zu verzeichnen ist. Allerdings fehlt im Gesundheitssystem halt doch noch viel. So haben wir auf der Strasse nach Cubal eine dort verunfallte, bewusstlose Frau in unserem Auto mitgenommen, um sie ins Spital von Cubal zu transportierten (in unserem Landcruizer konnte sie wenigstens liegend transportiert werden). Im Spital angekommen, verfügte man dort jedoch nicht einmal über eine fahrbare Liege, so dass die Patientin von drei Männern aus dem Auto gehievt und ins Spitalinnere getragen wurde. Auch der Rollstuhl, mit welchen sie zuerst die erwähnte Patientin transportieren wollten, war defekt, eine zweite Frau mit einem Beinbruch wurde dann doch mit diesem hineingeschoben. Zum Unfall kam es weil zwei Dreirad-Fahrzeuge mit offener Ladefläche, welche immer überladen sind, mit überhöhter Geschwindigkeit zusammenstiessen, wobei eines umkippte.

Strasse nach Malongo

viele Helfer bei Radwechsel

Mühle in Malongo

Dreirad-Fahrzeug

 

Wasserbohrung in Tunda

Gegend von Tunda

 

Glocke ruft zum Gottesdienst 

Impfkampagne gegen Polio




Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.