Sonntag, 1. Oktober 2017
Heute bedecken Wolken vorwiegend die Sonne, nachdem es bei
uns seit gut 5 Monaten das erste Mal wieder geregnet hat. Und der erste Regen
ist gleich heftig eingefahren, zwar wie eigentlich üblich, nur eine knappe Stunde,
dafür sogar mit etwas Hagel. Wenn du dich während dessen zufällig in einem mit
Wellblech bedeckten Raum aufhältst, rasselt ein dermassen heftiges Trommelfeuer
über dich, dass du dein eigenes Wort kaum mehr verstehst. Trotzdem wird der
erste Niederschlag jeweils von allen mit Jubel begrüsst, ist er doch dringend
notwendig, denn viele sitzen arg im Trockenen, da viele Quellen bereits
versiegt sind und auch Flüsse sich vielerorts zu einem Rinnsal entwickelt
haben. In letzter Zeit zeigte sich auch die Stadt oft nur mehr durch einen Staubschleier
und im Zimmer hättest du täglich zweimal abstauben können, was bei einem
Afrikaner wahrscheinlich nur ein Kopfschütteln ob solch einer ausgefallenen
Idee hervorrufen würde!!
Die Regenzeit wird wenigstens die Natur zum Positiven
verändern, was von der Politik nicht gesagt werden kann. Soeben hat sich das
Licht (sprich die Stromversorgung) wieder verabschiedet, um sich wenn wir Glück
haben gegen Abend wieder einzustellen. Zum Glück funktioniert der revidierte
grosse Generator wieder einwandfrei, doch ist er natürlich ein grosser
Diesel-Verbraucher, was einen Dauereinsatz nicht erlaubt, da zudem Diesel (in
unserem Erdöl fördernden Land!) oft auch Mangelware ist und finanziell auch die
Kapazität übersteigt. Die neueste Version in der Gerüchteküche betreffend der
vielen oft langzeitigen Stromausfälle lautet nun, dass im Stauwerk von Matala
der angeschwemmte Sand nicht abgelassen werde, da er angeblich mit Diamanten
durchsetzt sei, die zuerst abgeschürft werden müssten, weshalb das Werk vorläufig
stillgelegt sei, was sich natürlich negativ auf die Stromversorgung der Stadt
auswirkt. Verifizieren konnten wir bis anhin, dass das Werk momentan
tatsächlich nicht funktioniert. Aber auch sonst scheint sich der Slogan des
neuen Präsidenten: „ verbessern, was gut ist, korrigieren, was schlecht ist“,
nur mühsam, wenn überhaupt umzusetzen. Viktor hat einen neuen Vers kreiert: „verschlechtern, was gut ist“. Wenn man die Stadt anschaut, die
an manchen Stellen im Abfall zu versinken droht und auf deren Strassen du
öfters in Schlangenlinien fährst, um den Löchern auszuweichen, trifft Viktors
Variante wohl eher zu. Wie gesagt als Folge der Wahlen scheinen sich noch keine
neuen Richtlinien durchzusetzen. A própos Wahlen: Letzte Woche wurde der neue Präsident
vereidigt mit einem Pomp, wie man ihn aus diktatorischen Ländern kennt.
Allerdings schreit die Wahlmanipulation zugunsten der Regierungspartei zum
Himmel. Würde alles offen gelegt, gäbe es viele Gründe mehr, die Wahl als
ungültig zu erklären, als dies in Kenia der Fall war. Doch angeblich soll das
Material bereits vernichtet worden sein, wohl der einfachste Weg, einer
entsprechenden Kontrolle zu entgehen. Aus Quellen der Oppositionspartei ist zu
erfahren, dass aus 15 Bezirken die Auszählung gar nicht mehr übernommen worden sei, als
feststand, dass die Regierungspartei die Wahlen verliere. Offiziell sind denn
auch die Zahlen der ersten provisorischen Ergebnisse identisch mit den nach
Wochen veröffentlichen definitiven Ergebnissen. Wahlbeobachter wurden ja nur in
bestimmten Wahlbüros zugelassen, zudem stammten sie fast ausschliesslich aus
afrikanischen Ländern. Vor allem geht für uns aber die Rechnung nicht auf, dass
die Regierungspartei mit einem offiziell veröffentlichen Wahlergebnis von 61.4%
bei einer Anzahl von 220 Abgeordneten wiederum die absolute Mehrheit mit 150
Abgeordneten stellen kann, also praktisch im Alleingang regieren kann. Unsere
mathematischen Kenntnisse reichen nicht so weit.
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| waschen im noch verbleibenden Flusswasser |
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Staubschleier über der Stadt
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| hier kommen wir nicht mehr weiter |
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die Stadt versinkt mancherorts im Abfall
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| Ana zeigt uns den Weg zu ihrem Haus |
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| Haus von Ana |
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Ana zeigt, wie hoch das Wasser in der Regenzeit kommt
sie kann nicht mehr trockenen Fusses aus dem Haus |
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Innenhof
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| der Chauffeur hat sich an afrikanische Verhältnisse gewöhnt |
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| Autowerkstätte |
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| gleich daneben ?!? |
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